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Ringseminar

06 Sep

Vor einer Woche waren Peanut und ich auf unserem ersten Seminar, da wir am 26.9.2010 bei der Pfostenschau in Grevenbroich teilnehmen wollen. Da wir ja noch komplette Neulinge auf den Gebieten Work und Show sind, dachte ich mir, so ein Ringseminar ist bestimmt sinnvoll, um zu sehen, was uns überhaupt bevorsteht und was wir trainieren sollen.

Unsere Ringtrainerin hieß Anna – Victoria Schmidt und ist selbst seit Jahren sehr erfolgreich bei WTs und Shows.

Das Seminar bestand aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Die Theorie war doch sehr komplex und ich konnte mir unmöglich die ganzen Abkürzungen für Titel und Champions merken. Schön war, dass wir so viele nette Leute und Hunde kennengelernt haben, die sehr hilfsbereit waren und von denen ich einige Tipps und Tricks zur Hundeerziehung mitnehmen konnte.

Nach dem theoretischen Teil wurden die verschiedenen Retriever unterteilt in Flatcoated, Golden, Labrador und Toller, wobei die Labbis und die Toller zusammen in den improvisierten Ring treten mussten. Da bei den Flatties einige Profis dabei waren, die schon oft Ausstellungen besucht hatten, zeigten sie uns als erste Gruppe, was wir zu tun hatten. Alle mussten sich hintereinander aufstellen, wobei ganz wichtig war, dass alle Hunde stehen mussten, und nacheinander wurde jeder beurteilt. Das heißt, einer nach dem anderen musste in schönem Trab zum Ringrichter vorlaufen und sich seitlich hinstellen, da der Hund so am besten beurteilt werden konnte. Hierbei sollten die Vorder- und die Hinterbeine jeweils parallel stehen und der Hund sollte wedeln. Dann wurde er abgetastet und die Zähne wurden begutachtet. Zum Schluss musste jeder in etwas schnellerem Trab 2 Runden laufen.

Besonders das neben mir her Traben war schwer für Peanut, da er immer an mir hochsprang und alles als ein tolles Spiel betrachtete. Außer uns gab es noch einen kleinen süßen schwarzen Labbi namens Louis, der sogar noch knappe 3 Wochen jünger als Peanut war.

Der Tipp von Anna-Victoria Schmidt war, dass beide Junghunde etwas im Maul tragen sollten, da so das Hochspringen verhindert werden konnte. Danach trabte Peanut mit einer Packung Taschentücher im Maul stolz neben mir her, was wirklich sehr süß aussah :-) .

Anstrengend war das lange Warten, worauf wir uns wohl bei jedem Working Test und bei jeder Ausstellung einstellen müssen. Für sein Alter hat sich Peanut aber recht geduldig angestellt, zudem es ja der erste Tag war, an dem er seine neue Moxonleine trug, aus der er sich anfangs zweimal geschickt heraus wand und mich dumm da stehen ließ ;-) . Nach einiger Zeit hatte er sich jedoch daran gewöhnt und zog viel weniger als mit dem Gestell, was er sonst immer trägt.

Nachdem wir also als letzte Gruppe aufgerufen worden waren und uns vorgestellt hatten, beschlossen die Besitzer von Louis und ich, dass wir die beiden Kleinen doch mal laufen lassen könnten, da sie so lange gestanden hatten.

Gesagt, getan- die beiden verstanden sich prima und tobten herum, bis sie auf einmal im Gebüsch verschwunden waren…… Wir unterhielten uns und passten kurz nicht auf, da war es schon passiert: Peanut tauchte aus dem Gebüsch mit einem Maul voller Sägemehl wieder auf, was er mir kurz darauf entgegen spuckte. Leider war es nicht nur Sägemehl, sondern es waren auch Zigarettenkippen sowie Würmer darin zu erkennen.Er würgte dann auch noch ein paar Mal, aber es kam nichts mehr hinterher.

Alarmiert stürmten wir zu den anderen und alle empfahlen uns, dringend und so schnell wie möglich zum Tierarzt zu fahren, damit er den beiden kleinen Staubsaugern eine Spritze o.ä. gäbe, damit die Hunde sich erbrachen und das ganze gefährliche Zeug gar nicht erst verdaut werden konnte. Denn Zigaretten sind ja bekanntermaßen giftig für Hunde und können sogar zum Tod führen. Die Veranstalterin Kerstin Winkler war so lieb und suchte uns sofort die Adresse vom nächsten Tierarzt heraus, der Notdienst hatte.

Leider war es Sonntag und schon recht spät, also ca 18 oder 19 Uhr, als wir zu der Tierklinik nach Pulheim fuhren, die jedoch zum Glück geöffnet hatte. Telefonisch meldete ich uns direkt an, da es ja sehr dringend war, dass die beiden behandelt würden, bevor das Gefressene in den Verdauungstrakt geriet. Wir kamen dann relativ schnell dran, aber die bangen Minuten im Wartezimmer waren furchtbar, zumal uns erzählt wurde, dass das Erbrechen innerhalb einer Stunde stattfinden musste, da ansonsten die Verdauung einsetzen würde.

Wir hatten uns auf eine Spritze eingestellt, aber beide Hunde bekamen Augentropfen, die das Erbrechen auslösen sollten.

Die Besitzerin von Louis sagte direkt, dass ihr Hund sich nicht so schnell erbrechen würde, und so war es dann auch. Während die arme Schokonase sich bereits erbrach und das ganze Zeug endlich herauskam, benötigte der kleine tapfere Louis 3 Augentropfen – Durchgänge, bis auch bei ihm die Übelkeit und das Erbrechen einsetzten. Und prompt sahen wir, dass er Zigaretten gefressen hatte. Wir waren soooo froh, als das vorbei war und die beiden Pechvögel ermattet, aber gesund zu unseren Füßen lagen!!!!

Der Vorfall war einfach Pech, aber mir ist nochmal klar geworden, wie sehr ich aufpassen muss, besonders, wenn wir in fremder Umgebung sind. Peanut ist eben mein kleiner Staubsauger und er muss lernen, nur das zu fressen, was er von mir bekommt und sich nicht unterwegs irgendwas zu suchen.

Nochmal ein dickes Kompliment an Kerstin, die uns so schnell und zuverlässig einen Tierarzt herausgesucht hat. Und ich fand es toll, dass ich nicht alleine war, hier nochmal “danke” an Rike, Florian und Louis!!!

Als wir dann gegen 20 Uhr zu Hause ankamen, hatten Peanut und ich inzwischen beide knurrende Mägen, war ich froh, dass Herrchen Luki uns eine Pizza bestellt hatte ;-) .

Naja, natürlich nicht für Peanut, der bekam ein wenig eingeweichtes Hundefutter, um den gereizten Magen nicht zu überfordern.

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17-Jul-2010 14:00Canon Canon EOS 20D, 4.0, 15.0mm, 0.125 sec, ISO 400
 

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